Vorgeschichte des linXXnet

Das linXXnet ist die Fortsetzung einer Reihe von Leipziger linken Projekten aus den 90er Jahren. Zivilgesellschaftliche und Radikale Linke, ehemalige HausbesetzerInnen, JungdemokratInnen; Menschen eben, die ihre politische Prägung in den 90ern erfahren hatten, gründeten 1997 das bis zur linXXnet-Eröffnung im Jahr 2000 bestehende Infobüro in der Leipziger Kurt-Eisner-Straße.

Vorläufer
Das linXXnet ist die Fortsetzung einer Reihe von Leipziger linken Projekten aus den 90er Jahren. Zivilgesellschaftliche und Radikale Linke, ehemalige HausbesetzerInnen, JungdemokratInnen; Menschen eben, die ihre politische Prägung in den 90ern erfahren hatten, gründeten 1997 das bis zur linXXnet-Eröffnung im Jahr 2000 bestehende Infobüro in der Leipziger Kurt-Eisner-Str. Dies hatte seinerseits mehrere Vorläufer, darunter die alten Büros der Marxistischen Jugendvereinigung „Junge Linke“, das Büro des Bundestagsabgeordneten Steffen Tippach im Petersteinweg, den Buchladen und das Antifa-Archiv in der Leipziger Braustr. 20.

90er Jahre Linke
Ende der 90er hatten sich einige der Leipziger linken AktivistInnen der PDS angenähert und mit jungen Menschen vernetzt, die aus der damaligen AGJG Leipzig rausgemobbt worden waren. Hinzu kamen „mittelalte“, aber politisch und lebensweltlich auf die 90er Jahre bezogene PDS-Menschen. Daraus entstanden PDS-Strukturen wie die ag tollwut und die Basisorganisation „Generation X“ (BOX). Schnell fand man sich auch in der nach regionalen Gesichtspunkten verstrittenen Sachsen-PDS über die Grenzen der alten SED-Parteibezirke hinweg zusammen. Es ging ja um Inhalte, nicht um Besitzstände. Mit der Wahl von Heike Werner, Steffen Tippach und Katja Kipping in den Sächsischen Landtag wurde es möglich einen eignen politischen Handlungs- und Lebensraum zu schaffen: das linXXnet.

Unwegsames Gelände
Die Gründung des linXXnet war sicher auch eine Antwort auf die mangelnde Bereitschaft in der lokalen PDS-Führung das Leipziger Liebknecht-Haus einer jungen und mittelalten kritischen und kreativen (auch außerparteilichen) Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Vor allem aber ging es darum, neue PDS-Wege zwischen einem parlamentaristischen Vulgär-Realismus, der von den Wahlsiegen zehrte, und seinem Zwillingsbruder, dem traditionalistisch-staatssozialitischen Parteifetischismus zu ebnen. Das Ringen um authentische kritische linke Positionen und ebenso um die damit recht schwer vereinbaren radikalreformistischen Konzepte ist ein typischer Zug der linXXnetterInnen und deshalb auch des linXXnets.

Einfach Politik machen
Die Art und Weise wie die End-90er-Neu-PDSlerInnen Politik machten, erforderte andere Räume und Arbeitsbedingungen. Die Menschen setzten sich zusammen, entwickelten eine Idee und setzten sie dann einfach so um. Dazu brauchte man keine klassische Partei-Hierarchie und keine Segnungen höherer Gremien. Ja, man erlaubte sich sogar eigene Positionen, die mit den Leuten, die sich als Amts- und MandatsträgerInnen als die universelle Verkörperung von PDS-Politik sahen, nicht abgestimmt waren. Damit konnten und können etliche parteigeprägte PDS-Funktionäre bis heute schwer klarkommen. Sie spürten wohl, dass eine solche Art Politik zu machen, lang und mühsam erarbeitete quasi-feudale Anrechte auf die mit parlamentarischen und Parteiämtern verbundene „Macht der Gewohnheit“ in Frage stellen.

Parteikritische Parteiarbeit
In einem der Papiere der BOX aus den Endneunzigern wurde ein Politik- und Parteienverständnis vertreten, das nicht wie in guter alter und so vertrauter SED- oder SPD-Tradition die Partei selber zum Zweck des politischen Handelns machte, sondern sie als kritisches, zu reflektierendes Mittel zur Umsetzung politischer Ziele sah. Die Grenzen des Parlamentarismus sollten verdeutlicht und in der PDS-Politik Berücksichtigung finden. Gesellschaftlicher Wandel konnte nicht als von Parteien ausgehend gedacht werden, sondern nur außerparlamentarisch entwickelt und vollzogen werden. Damit war auch das Programm für die ersten Jahre des linXXnet vorgegeben…