Wir gönnen uns eine kleine Sommerpause. linXXnet und INTERIM sind bis einschließlich 16.08. im Urlaub. Technikausleihe und die Mietsprechstunde im Juli im linXXnet finden wie gewohnt statt. Ab dem 17.08. sind wir wieder wie gewohnt für euch da.
In der Nacht zum 11. August brach in einem Haus in der Wolfgang-Heinze-Straße in Connewitz ein Feuer im Dachstuhl aus. Der Notruf kam gegen 2:45 Uhr. Was zunächst nach einem eingrenzbaren Brand aussah, entwickelte sich zu einem zähen Einsatz: Der Dachstuhl ließ sich nur extrem schwer löschen, die Feuerwehr war bis in den späten Abend, bis etwa 23 Uhr, im Einsatz und musste enorme Mengen Wasser ins Haus pumpen, um der Flammen Herr zu werden. Fast 50 Kräfte kämpften über Stunden. Rund 30 Menschen wurden in der Nacht evakuiert, eine Frau atmete Rauchgas ein und musste ambulant behandelt werden.
Das Haus selbst steht noch – aber durch Rauch- und vor allem Wasserschäden ist es unbewohnbar geworden. 9 Mietparteien haben dadurch ihr Zuhause verloren, Menschen, die zum Teil seit Jahren in diesem Haus und in diesem Kiez zuhause waren. Über Nacht ist ihnen der Alltag genommen worden, dazu viele persönliche Dinge, die sich nicht ersetzen lassen.
Mitgetroffen hat es auch zwei Orte, die Connewitz lieb gewonnen hat: das Black Label, seit Jahren eine der Kneipen im Viertel wo Nachbarschaft tatsächlich stattfindet („Verdächtig gutes Bier„),– und die junge Zenda Bar. Beide haben durch den Brand auch ihre Existenzgrundlage verloren.
Wer helfen kann, soll das jetzt tun. Das Geld wird gesammelt und direkt an die Betroffenen – Mietparteien und Gewerbe – weitergegeben, für Unterkunft, das Nötigste zum Leben und den Wiederaufbau. /MS TP
Nachdem der Felsenkeller wegen der Ausrichtung und Bewerbung der „Neofolk Night“ sowie unterschiedlichen Bezügen beteiligter Künstler*innen ins rechte Spektrum öffentlich kritisiert worden war, äußerte sich Geschäftsführer Jörg Folta Anfang April in einem Interview mit der LVZ (1) zu den Vorwürfen sowie zu Schmierereien an den Außenwänden des Felsenkellers im Zusammenhang mit dieser und weiteren Veranstaltungen.
Auf die Frage der LVZ nach möglichen Konsequenzen erklärte er, dass es im ersten Fall unterschiedliche Sichtweisen auf die “Neofolk Night” gegeben habe, die insbesondere durch aktivistische und mediale Kontexte zugespitzt worden seien. In einem offenen und transparenten Austausch mit den beteiligten Akteuren habe man viele Punkte klären können; dabei habe sich der Großteil der erhobenen Vorwürfe als nicht haltbar erwiesen, so Folta im Interview.
Vorweg möchten wir betonen, dass wir die Sachbeschädigungen am Felsenkeller ablehnen. Zudem widersprechen wir den Aussagen von Jörg Folta im LVZ-Interview. Wir beteiligten uns vor und nach dem Konzert im Januar an den im Interview erwähnten Gesprächen mit dem Felsenkeller zum kritisierten Neofolk-Konzert. …
In Connewitz droht das nächste renditeorientierte Bauprojekt: Aldi-Nord plant am ehemaligen Bahnhofsgelände des S-Bahnhofs Connewitz einen Neubau mit Supermarkt und 75 möblierten Mikroapartments. Während bezahlbarer Wohnraum im Stadtteil weiterhin fehlt, sollen erneut Wohnungen entstehen, die sich viele Menschen nicht leisten können. Dies sorgt zu recht für viel Unmut im Stadtviertel. Ein Ausdruck dieser Wut und Empörung ist die aktuelle Petition der Stadtteilinitiative „Vernetzung Süd“. Auch wir als linXXnet unterstützen diese Petition und stellen uns klar hinter die Forderung das Areal im Sinne der Menschen im Viertel zu entwickeln.
Eine Geschichte von Verlust, Mut und der ungebrochenen Hoffnung auf Frieden im Nahen Osten Lesung und Diskussion mit Hamza Howidy
Hamza Abu Howidy erzählt uns vom Aufwachsen im Gaza der 2000er-Jahre, von seiner Familie, besonders seinem Vater, der ihm beim Muschelsammeln die großen Lektionen des Lebens beigebracht hat, aber auch von den blutigen Kämpfen zwischen Fatah und Hamas, direkt vor seiner Haustür, und wie sehr das Leben in Gaza von Terror geprägt war.
Jahre später protestiert er gegen die Hamas und wird festgenommen, gefoltert und muss fliehen. Heute zählt er zu den wichtigsten politischen Stimmen aus der palästinensischen Exilgemeinde, dabei lässt er sich weder von pro-israelischer noch pro-palästinensischer Seite vereinnahmen.
Ein sehr persönliches Buch, das Hoffnung und Plädoyer zugleich für eine demokratische und friedliche Lösung des Nahostkonflikts ist.